GPSies Blog - News for Vagabonds

Anleitung: Tourenplanung mit dem Motorrad bzw. Track in Route umwandeln · 1 November 2010 von Klaus Bechtold

Letzte Woche, auf dem Rückweg von Spanien (Herbstferien), haben wir einen kurzen Zwischenstopp in der Schweiz eingelegt. Wir waren eingeladen bei Hermann Ryter, dem Alpen-Pässe-Guru der Schweiz, der alle Schweizer Pässe mit seinem “Töff” abgefahren, mit dem GPS aufgezeichnet und dokumentiert hat.

Zusammen mit Hermann habe ich die Problematik der Motorradfahrer erfasst: wie kann ich eine GPS Strecke wieder zu einer routingfähigen Route für das Navi aufbereiten?

Zur Erinnerung, eine Strecke bzw. ein Track (engl.) ist vergleichbar mit den Brotkrumen von Hänsel und Gretel (alle Punkte) und eine Route besteht im einfachsten Fall nur aus zwei Punkten: dem Start- und dem Endpunkt. Meistens kann man noch ein paar Zwischenziele definieren, die ebenfalls angesteuert werden sollen und das war’s auch schon. Eine sehr gute Erklärung zur Thematik Waypoint, Route, Track findet ihr bei kowoma.de.


Bild: Waypoints, Routes and Tracks recorded by GPS receivers
Quelle: Wikipedia, Urheber: Berklas

Die GPSies-Strecken (Tracks) sind ja bis auf wenige Ausnahmen eben diese “Brotkrumen”. Weil die Strecken schon alle Punkte beisammen haben und das Routing somit schon passiert ist, können herkömmliche KFZ- oder Motorradnavis diese Strecken normalerweise sogar gar nicht mehr einlesen. Ein Navi möchte eben selbst gerne die Strecke mit allen Routingoptionen zusammenstellen und dem Benutzer das Ergebnis präsentieren.

Soweit, so gut. Unser Ziel soll sein, dass wir anhand der GPSies Strecken ein Routing für das Motorrad erstellen wollen. Also nehmen wir eine geeignete GPSies-Strecke, zum Beispiel die Strecke Bonaduz – Ilanz. Zuerst stellt sich die Frage nach dem Format. Da die meisten Navis das allgemeine GPS-Austauschformat GPX unterstützen, fällt die Auswahl nicht schwer.

Eine GPX-Datei besteht aus den Koordinaten und deren Beschreibung. Unterschieden werden:

  1. Wegpunkte (Waypoint, kurz wpt): einzelne Ortspunkte,
  2. Routen (kurz rte): eine Abfolge von Ortspunkten auf der Route (kurz rtept),
  3. Tracks (kurz trk): eine Abfolge von Trackabschnitten (Tracksegment, kurz trkseg) mit (dicht aufeinanderfolgenden) Trackpunkten (Trackpoint, kurz trkpt).

Zurück zur Strecke Bonaduz – Ilanz. Sie ist 80 km lang und enthält einen Abstecher zum Bahnhof Versam-Safien. Diesen Schlenker wollen wir auch in unserer Route haben.

Das Format, das das Navi zur anschließenden Berechnung zu einer Route benötigt, ist GPX Route und kann im Format-Auswahlmenü von GPSies angegeben werden. Stopp, halt, nicht so schnell!

Die Strecke Bonaduz – Ilanz hat insgesamt 1142 Punkte (Brotkrumen). Wenn ihr diese Strecke jetzt als GPX Route herunterladet und damit eurer Navi füttert, wird es diese Route aufgrund seiner zu vielen Routingpunkte nicht gut verdauen. Es kann sogar sein, dass das Navi die Datei aufgrund der zu hohen Zwischenziele ablehnt. Außerdem würden jetzt auf der Route 1142 Zielflaggen erscheinen, die als Zwischenziele angesteuert werden würden.

Die Strecke muss also sinnvoll und mit Bedacht in eine Route umgewandelt werden. Zum Glück ;-) gibt es bei GPSies den Button “Optionen einblenden“. Sobald angeklickt, entdeckt ihr einen Schieberegler, mit dem die zu vielen Punkte bis auf wenige reduziert werden können. Am besten ist es, wenn ihr in der Bedienungsanleitung nachschaut, wieviele Routingpunkte bzw. Zwischenziele eure Navi verträgt. Hermann und ich haben eine einfach Faustformel entwickelt: Streckenkilometer geteilt durch zwei (Runden auf 5er oder 10er Schritte, je nach Streckenlänge).

Beispiel: die Strecke Bonaduz – Ilanz ist genau 80,52 km lang. Wir nehmen die 80 Kilometer, teilen sie durch 2 und erhalten als Ergebnis 40 Routingpunkte, die wir am Schieberegler einstellen.

Nochmal zum Mitschreiben:

  1. Strecke auswählen
  2. Als Format GPX Route auswählen
  3. Optionen einblenden und Strecke auf (Länge in KM / 2) reduzieren, bei 80 km also auf 40 Punkte
  4. Route herunterladen und speichern

Da wir an dem Abend ein Garmin Navi zur Verfügung hatten, haben wir die so entstandene Datei in die Garmin Software MapSource importiert:

  1. Reiter “Routen” anklicken
  2. Im Menü mit “Datei” —> “Öffnen” Route auswählen und importieren
  3. Auf der geladenen Routen: rechte Maustaste und den Punkt: “Ausgewählte Route auf Karte anzeigen” auswählen

Jetzt können mit MapSource noch weitere Zwischenziele (Routenpunkte) eingefügt oder entfernt werden.

Wer von Garmin eine routingfähige Straßenkarte erworben hat, der kann nun die Route neu berechnen lassen. Dazu rechte Maustaste auf der Route und den Punkt: “Route neu berechnen” auswählen.

Wenn alles hübsch ist, dann einfach die Route auf das Garmin Navi übertragen und los geht es! Auf das Navi wurde die Route mit den 40 Zwischenzielen übertragen. Während der Fahrt, also in unserem Beispiel wird etwa alle 2 Kilometer ein Zwischenziel (als Fähnchen markiert) erreicht. Zugegeben, das nervt ein wenig, wenn die Ziele per Sprache oder Symbolik angekündigt werden. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie man das unterdrücken kann. Aber zu wenige Zwischenziele hätten uns vielleicht nicht zu dem Schlenker Bahnhof Versam-Safien geführt. Und da wollten wir ja unbedingt hin ;-)

Bei den Kollegen von TomTom, Navigon oder Konsorten sieht es ähnlich aus. Ausprobiert habe ich es allerdings außer beim Garmin und Navigon noch nicht, denn ich habe leider keine Testgeräte zur Hand. Aber das wird dort ähnlich funktionieren.

Gute Fahrt!










Textile-Hilfe


© 2010 GPSies.com Outdoor Blogs - BlogCatalog Blog Directory