Schnelles Routing mit GraphHopper und OpenStreetMap

5 September 2013 von Klaus Bechtold

Dieser Artikel ist schon längst überfällig, da diese Funktion schon seit einigen Wochen bei GPSies integriert ist: Routing für Auto, Fahrrad und Fußgänger mit GraphHopper

GraphHopper?

Zu deutsch: “Graphhüpfer”. Dahinter steckt ein äußerst effektives und schnelles Routing auf Basis der Daten bzw. Graphen von OpenStreetMap.

Logo GraphHopper
© graphhopper.com

Hintergrund: warum ein neues Routing auf GPSies?

Ich suchte seit des abgekündigten Google Routings (basierend auf V2) immer wieder nach brauchbaren Alternativen, welche ich für GPSies verwenden kann. Ab November 2013 wird das “Wege folgen”, also das Routing auf GPSies nicht mehr funktionieren. Google stellt bald den Dienst der API Version 2 ein und will, dass man nun die Version 3 benutzt. Leider läuft GPSies so gut, dass GPSies diese Benutzung des Google Dienstes zu viel Geld kosten würde. Und da GPSies ja kostenlos ist und auch bleiben soll, habe ich das Geld dann leider auch nicht, um Google zu bezahlen ;-)

Also musste eine Alternative her, die ähnlich schnell Ergebnisse liefern soll und auch im Serverumfeld mit vielen parallelen Anfragen zurechtkommt. Ich suchte wirklich sehr lange, probierte viel aus und wurde endlich fündig: OpenStreetMap Routing mit GraphHopper.

Wer steckt dahinter?

Der Kopf dahinter ist der Software-Entwickler Peter Karich, der sein Baby bzw. die Entwicklung mittlerweile nicht mehr ganz alleine als Opensource-Projekt unter der Apache 2 Lizenz vorantreibt. GraphHopper ist komplett in Java entwickelt und kann als Git/Maven/Eclpise Projekt einfach auch mal zu Hause ausprobiert werden.

Wie funktioniert’s?

Keine Ahnung ;-) – mehr muss ich ja auch nicht wissen. Ich weiß nur, dass die weltweiten OpenStreetMap-Daten zuerst (4-5h) eingelesen bzw. verarbeitet werden. Daraus entsteht eine Art binäres Extrakt (also die Routingdaten), die im Hauptspeicher des Servers gehalten werden (erneuter Start ist schneller, da die Daten bereits aufbereitet sind). Alles ist natürlich einstellbar, man muss ja nicht gleich die ganze Welt einlesen. Auch die Parameter zum Routing lassen sich ändern, z.B. ist sogar ein Routing für Wanderreiter zu Pferd möglich. Ideal ist das Routing auch für mobile Geräte, z.B. Android Smartphones, die auch Offline die Routinginformationen zusammenstellen können.

Die aktuelle Version von GraphHopper ist 0.1, siehe auch den Blogartikel dazu: High Performance and Customizable Routing in Java.

GPSies als Sponsor

Jedes Routing auf GPSies benötigt etwa 15 GB Ram. Da GraphHopper hier Auto, Fahrrad und Fußgänger weltweit unterstützen soll und jedes Genre 15 GB Ram benötigt, braucht man schon einen fetten Server, der richtig performt.

GPSies ist Sponsor des GraphHopper Projekts und hat Peter einen 64 GB Ram Server als Spielwiese spendiert, um den Einsatz in der Produktivumgebung GPSies.com zu testen. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass auch das GPSies-Projekt davon profitiert und immer up-to-date ist. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich Peter dazu überreden konnte, GPSies zu unterstützen.

Wie könnt ihr es ausprobieren?

Ganz einfach, wie immer. Melde dich bei GPSies an und rufe den Streckeneditor auf. Direkt rechts neben der Karte befindet sich ein Button: “Teste den neuen Streckeneditor”. Nach dem Klick landest du in dem neuen Editor, der neben GraphHopper auch noch ein paar andere Routings gegenüberstellt. Dann noch das altbekannte “Wege folgen” anklicken und schon kann es losgehen. Die verschiedenen Arten (z.B. Fahrrad) einfach durch anklicken auf das Symbol ändern.

Neuer Streckeneditor
Neuer Streckeneditor mit GraphHopper Routing

Ständige Optimierungen und Verbesserungen

GraphHopper ist noch ein sehr junges Projekt. Das Routing mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß geht manchmal Wege, die ein Mensch nicht gehen bzw. fahren würde. Bitte geht nicht so streng ins Gericht, denn es gibt noch reichlich Platz für Verbesserungen. Auch ich werde mich stärker in dieses Thema einarbeiten und versuchen, die Parameter zu verstehen und zu verbessern.

Spielwiese: alternative Routings auf GPSies ausprobieren

Wie ihr natürlich entdecken werdet, gibt es auf GPSies auch noch weitere Routings, ebenfalls Auto, Fahrrad und Fußgänger. Das ist eigentlich mein Testumfeld bzw. meine Spielwiese. Ich habe mich dazu durch gerungen, sie euch zugänglich zu machen. Aber ich kann nicht versprechen, ob sie beständig in GPSies integriert bleiben können. Der Grund sind lizenzrechtliche Fragen und auch die Auslastungen.

Hier die komplette Auflistung der Routings im neuen GPSies Editor mit Kommentaren:

  1. GraphHopper
    darüber handelt dieser Artikel ;-)

  2. Google Directions API
    ist auf ein tägliches Limit beschränkt. Ebenfalls sehr schnell und quasi der Nachfolger bzw. das ehemalige Routing von GPSies

  3. OpenRouteService
    ist ebenfalls sehr gut, jedoch nur für Europa möglich. Wird von des Geos der Uni Heidelberg betrieben und darf nicht zu stark beansprucht werden, da die Server nicht auf Last ausgelegt sind. Bei GPSies haben sie erst mal ein Auge zugedrückt ;-) – danke!

  4. Cloudmade
    ist ein kommerzielles Produkt, das ich wahrscheinlich schnell herausnehmen muss. Grund sind die starken Limitierungen (nur 10.000 Transaktionen pro Monat), die die (Be-)Nutzung einschränken. Ist sehr langsam und auf europäischen Servern zur Zeit eigentlich nicht produktiv einsetzbar.

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Cuesheets reloaded - Abbiegehinweise 2. Teil

24 August 2013 von Klaus Bechtold

Ich habe ja versprochen, das Thema nochmal aufzugreifen und zu verbessern. Nach der vielen positiven Resonanz vieler Blogs und Websites, wie z.B. von Thomas Froitzheim oder vom Da Bodensee Radler nahm ich in den letzten Tagen nochmal Fahrt auf und erweiterte die Handhabung um einige Funktionen.

Optimierung auf Gesamtstrecke

Viele GPS Geräte, wie z.B. der o-Synce oder einige Garmin Gerät erlauben nur maximal 100 Wegepunkte bzw. Abbiegehinweise. Bei Strecken über 20 km war schnell das Limit erreicht und die Geräte nahmen entweder die Strecke nicht an oder es wurden nur die ersten 100 Hinweise angezeigt. Ab sofort errechnet GPSies die besten Hinweise auf der Gesamtstrecke, egal wie lange die Strecke ist. Dazu kann noch jeder Benutzer vor dem Download entscheiden, wieviele Punkte enthalten sein sollen.

Abbiegehinweise
Anzahl der Abbiegehinweise vor dem Download einstellen

Bearbeitung im Editor

Die Abbiegehinweise können jetzt direkt im Editor angezeigt und bearbeitet werden.

  1. Öffne den Streckeneditor
  2. Optional: klicke auf “Teste den neuen Streckeneditor” (siehe Tipp weiter unten)
  3. Öffne den Editor mit einer neuen oder bestehenden Strecke
  4. Klicke im Feld “Abbiegehinweise hinzufügen” die Anzahl der gewünschten Abbiegehinweise an
  5. Die Strecke wird neu geladen und zeigt die Hinweise an

Abbiegehinweise
Abbiegehinweise, visualisiert im neuen Editor

Neu ist auch, dass ab jetzt auch die Anzahl der Waypoints angezeigt wird (siehe graues Feld auf Karte, z.B. 14 WPT). Das hilft bei der Auswahl und man sieht auf den ersten Blick, wie viele Hinweise man noch einsetzen darf.

Herumspielen möglich, probiere einfach die Vorschläge aus und passe sie ggf. an deine Vorstellungen an. Die Hinweise können auch wieder alle entfernt werden.

Abbiegehinweise
Zum neuen Editor

Tipp: benutze den neuen Editor! Google stellt ab dem 19. November 2013 die Google Maps V2 ein und dann wird dieser Editor den alten ablösen. Die Bearbeitung der Wegepunkte und das Routing wurden hier stark verbessert.

Garmin Forerunner und Edge

Eine Sache fehlt noch: Garmin warnt leider nicht rechtzeitig vor den Hinweisen. Sie kommen sehr plötzlich und wenn man mit dem Rennrad fährt, dann schafft man kaum noch die Kurve ;-) Ich überlege noch, ob ich nicht einfach in das CRS/TCX Format ca. 50 Meter vor der Abbiegung einen weiteren Wegepunkt “Achtung” einwebe.

Der Nachteil dabei ist jedoch, dass auch das “Achtung” als Warnung vor einer Abbiegung ebenfalls ein Wegepunkt ist sich somit die mögliche Gesamtanzahl reduziert bzw. halbiert.

Was mich beim Garmin zudem demotiviert ist, dass immer noch der Fehler mit der Wurmnavigation beim Garmin 310 XT drinnen ist und die Strecke teilweise nicht sichtbar ist. Aber das ist ein anderes Thema…

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Abbiegehinweise bzw. "cue sheets" automatisch erstellen

25 Juni 2013 von Klaus Bechtold

Richtige Navigationsgeräte kennen den Weg. Man gibt einfach den Start und das Ziel vor und das Gerät sagt einem wo es lang geht. Im Outdoor- oder Sportbereich sieht das ein bisschen anders aus, denn teilweise gibt es dort keine “richtigen” Straßen bzw. Karten oder das Gerät ist einfach zu schwach, um selbst aktiv am Routing teilzunehmen.

Als regelmäßiger Läufer habe ich immer noch meinen alten und geliebten Garmin Forerunner 310XT am Arm. Der kann eigentlich nur eine Linie (Stichwort: “Wurmnavigation”) und dazu noch ein paar Coursepoints darstellen, wenn man sich die Mühe macht, diese als Wegepunkte zu definieren. Aber Richtungsänderungen musste ich am Forerunner bisher selbst erkennen. Doch damit ist jetzt Schluss ;-)

Neue Funktion: automatische Abbiegehinweise erstellen

Abbiegehinweise sind auch unter dem Namen “cue sheets” bekannt und geben die Richtung vor, wenn sich am Richtungskurs etwas ändert. Seit gestern geht das auch bei GPSies. Auf die Idee hat mich der Tachohersteller o-synce gebracht. Sie haben mit dem navi2coach ein ähnliches Gerät wie Garmin auf den Markt gebracht, das ebenfalls auf Richtungswechsel hinweisen kann.

Abbiegehinweise
Abbiegehinweise, visualisiert im neuen Editor (Fahrtrichtung aus Nordwesten kommend)

Ach, irgendwie hatte ich am letzten Wochenende Zeit und eine Methode entwickelt, die anhand einer beliebigen Strecke automatisch die Richtungswechsel erkennt und sie als Waypoints/Coursepoints in den Download “reinwebt”. Da mir o-synce netter weise ein Testgerät zur Verfügung gestellt hat, konnte ich das schnell und problemlos ausprobieren. Das geht natürlich auch mit allen anderen Geräten, wie z.B. Garmin (Forerunner, Edge, …), Falk usw.

Folgende Formate beim Download werden unterstützt:

  1. GPX
  2. KML / KMZ
  3. TCX / CRS
  4. o-synce Track

Wie kann so eine Datei erstellen?

Wie immer: ganz einfach!

  1. suche dir eine beliebige Strecke aus oder erstelle eine erstelle
  2. in der Detailansicht der Strecke klicke oben auf den Button “Optionen einblenden”
  3. wähle das Format aus und – jetzt kommt’s – klicke das Häkchen an: Abbiegehinweise hinzufügen
  4. klicke auf “herunterladen”

Nachdem die Datei auf das Gerät übertragen ist, werden nun die Abbiegehinweise an der jeweiligen Stelle oder schon ein paar Meter vorher angezeigt. Einige Geräte piepsen oder vibrieren dabei, um den Benutzer über einen Richtungswechsel zu informieren.

Download Optionen (klicke auf den Button “Optionen einblenden”)

Abbiegehinweise Download Optionen
Abbiegehinweise in den Download Optionen anklicken

Konklusion
Die Abbiegehinweise stimmen meistens. Manchmal kommen sie an unnötigen Stellen, z.B. an einer Flussschleife entlang kommt die Meldung, dass man links fahren soll. “Geht doch nicht anders!” denkt der Mensch. Ja, stimmt, aber bei meiner Methode liegt ja keinerlei Kartendaten zugrunde – die Hinweise kommen rein rechnerisch anhand des Streckenverlaufs zustande. Also bitte nicht allzu ernst nehmen – soll nur eine Hilfestellung sein ;-)

Aussichten
Das ist natürlich noch ausbaufähig. Ich fahre am Freitag erst mal in den Urlaub. Wenn ich zurückkomme, werde ich weiter an dem Cue Sheet weiterarbeiten. Geplant ist noch die automatische Erzeugung einer Excel Tabelle mit Hinweisen, z.B. “nach 33 Meter links abbiegen” oder dem Kurs. Stay tuned!


Randbemerkung
Der aufmerksame Leser wird beobachten, dass es dort auch ein Häkchen gibt: “Kilometer-Markierung hinzufügen”. Das ist ebenfalls neu und etwas ähnliches, nur dass da Kilometerangaben in die Strecke geschrieben werden. Ich rate jedoch davon ab, beides zu benutzen, sonst hören die Dinger gar nicht mehr auf zu piepsen.

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Karten aus OpenStreetMap für Garmin Outdoor GPS erstellen

14 Mai 2013 von Klaus Bechtold

Wer ein Garmin Outdoor & Freizeit GPS gekauft hat, wird sofort mit der Frage konfrontiert, welche Karten für das neue Gerät in Frage kommen. Auf einigen Geräten sind schon Basis- oder Freizeitkarten vorinstalliert, die mehr oder weniger brauchbar sind. Meinen Ansprüchen haben sie allerdings nur für den Notfall genügt, also wenn ich keine anderen Karten zur Verfügung hatte.

Klar, Garmin hat exzellente Karten im Angebot, die keinen Wunsch offen lassen. Aber – sie haben auch ihren Preis. Nun hat man schon ein paar hundert EUR für das Gerät bezahlt und muss dann nochmal in die Tasche greifen, um z.B. beim geplanten Alpencross nicht auf topografische Karten verzichten zu müssen. Der Spaß kostet dann zusätzlich nochmal etwa 150-200 EUR. Außerdem erfordern die Karten von Garmin eine Freischaltung, wenn man sie zusätzlich auf dem PC nutzen möchte. Bei einem PC Wechsel oder der Benutzung auf mehreren Rechnern wird es kompliziert.

Alternativen?

Ja, die gibt es: OpenStreetMap. Diese Karten lassen sich auch auf den Garmin Geräten verwenden. Das ist nichts neues und ich hatte vor einigen Jahren schon mal darüber berichtet.

Und jetzt?

Ich möchte hier eine sehr einfache und effiziente Lösung vorstellen. Sie kommt von unseren Freunden ebenfalls aus Berlin: BBBike – Garmin Karten aus OSM erstellen (an dieser Stelle, mein Kniefall vor dem sensationellem Fahrradrouting in Berlin)

Maßgeschneiderte Karten!

Vor einigen Tagen traf ich Wolfram Schneider von BBBike auf einer Kartenveranstaltung von Nokia und er erzählte mir so nebenbei von seinem neuestem Projekt. Und das ist absolute hot!

BBBike Extract
Bild: ziehen eines Polygons um Sizilien

Mit seiner neuesten Erfindung, dem Offline Karten Ersteller kann jeder seine eigenen individuellen Kartenausschnitte zusammenstellen und sie auf das Garmin Gerät übertragen. Wolfram hat dazu selbst eine Anleitung zur Erstellung von Garmin Karten erstellt und ich möchte sie nicht abschreiben (engl.).

Trotzdem zeige ich hier nur kurz die wichtigen Schritte auf:

  1. Rufe die Seite auf: BBBike Extract
  2. Wähle unter “Format” den Kartenstil für Garmin aus, der dir am besten zusagt (siehe Kartenlayouts)
  3. Bewege und ziehe (siehe orangene Punkte) das Rechteck auf den Ausschnitt, den du erstellen möchtest. Hier ist auch ein Polygonzug möglich.
  4. Benenne die Karte und trage deine E-Mail Adresse ein. Wenn die Karte fertig ist (in der Regel ca. 10-30 Minuten), bekommst du eine Mail gesendet mit einem Download-Link
  5. Klicke auf den Download-Link in der Mail und kopiere sie Karte auf dein Garmin

Kartenlayouts (Layoutname: mit Maus auf das Kartenbild zeigen)

Garmin BBBike Garmin Cycle Garmin Leisure Garmin OSM

Der Hintergrund der E-Mail Benachrichtigung ist, dass die Karten erst “gebacken” werden müssen, d.h. der Server muss die OSM Kacheln erzeugen bzw. herunterladen und danach die Garmin Datei zusammenstellen. Wir sind heutzutage noch nicht soweit, dass das in Echtzeit geht und dann man sofort den Download anstoßen kann. Die 10-30 Minuten müssen wir uns also gedulden. Die Karten bleiben übrigens auch ein paar Tage gespeichert bis sie wieder vom Server gelöscht werden.

Anmerkung: der Ausschnitt kann nicht größer als 24 Millionen Quadratkilometer bzw. 768 MB Dateigröße sein.

Highlights

  1. sehr aktuelle Karten
  2. Karten sind routingfähig (geräteabhängig)
  3. Anpassung der Region spart Platz auf dem Gerät

Und was ist mit anderen Geräten, wie z.B. Offline Karten für das Android Smartphone?

Ja, das geht auch damit! Ich habe es für die App Locus ausprobiert – funktioniert! Einfach als Format “Mapsforge OSM” auswählen. Leute, das ist phantastisch!

Kostenlos?

Ja, alles ist kostenlos. Vielen Dank an Wolfram für dieses absolut brauchbare Werkzeug! Achso, Wolfram nimmt gerne die eine oder andere Spende entgegen, denn ein Server kostet auch Geld…

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Georeferenzierte Fotos in GPS Strecken

11 Februar 2013 von Klaus Bechtold

Es ist schon seit einigen Jahren möglich, die Strecken von GPSies mit Fotos und Videos (Youtube) anzureichern. Dazu konnten die Fotos zu den Strecken in den Formaten PNG, JPG und BMP hochgeladen werden. Die Bilder werden dann unterhalb der Strecken angezeigt. Bis heute wurden über 126.000 Bilder zu GPSies hoch geladen.

Über das Picasa-Webalbum war es auch möglich, die Fotos in der Karte als kleine Icons an den Aufnahmeorten erschienen zu lassen. Diese Funktion wurde bisher von vielen Wanderern, Motorradfahren oder Radfahrern benutzt, um Strecken zu dokumentieren. Der Vorteil bei der Benutzung von Picasa ist, dass die Bilder eventuell sowieso schon bei Picasa gepflegt werden. Der Nachteil jedoch ist, dass man dazu einen Picasa bzw. Google Account benötigt.

Neu: georeferenzierte Fotos jetzt auch bei GPSies

Seit letzter Woche wird bei einem Foto-Upload versucht, die Geokoordinaten, die eventuell in den EXIF-Metainformationen vorhanden sind, zu ermitteln. Oft werden Fotos mit Smartphones oder Kameras mit GPS Unterstützung gemacht, die die Geodaten zum Aufnahmeort in den Bildern festhalten. Wenn das gelingt, dann erstellt GPSies automatisch einen Wegepunkt zu dem Foto. Das Foto wird dann als Icon in der Strecke angezeigt.

Beschreibung für jedes Foto

Das hoch geladene Foto kann zudem noch beschrieben werden. Der Name des Fotos ist zuerst einmal der Dateiname des Bildes. Der sollte dann am besten gleich durch einem aussagekräftigen Namen ersetzt werden. Zudem kann dem Bild noch eine Beschreibung und ein Link hinzugefügt werden. Somit kann man kleine Reiseberichte oder bebilderte Abbiegehinweise an markanten Stellen erstellen.

Anleitung: Bild hochladen

Zur Erinnerung und falls jemand diese Foto-Funktion noch nicht kennt, hier eine kurze Anleitung zum Hochladen der Bilder:

1. Strecke auswählen und den Button “bearbeiten / löschen” anklicken
2. Button “Bilder / Video verwalten” anklicken
3. Bild auswählen und hochladen – fertig

Bereits georeferenzierte Bilder (z.B. mit dem Smartphone aufgenommen) werden nun automatisch in der Karte als Bilder-Waypoint angezeigt.

Nachträgliches Georeferenzieren bereits vorhandener Fotos

Da GPSies bereits 126.000 nicht georeferenzierte Bilder im System hat und diese auch an den Aufnahmeorten scheinen sollen, ist es nun möglich, diese nachträglich einem Standort zuzuweisen. Das ist kinderleicht:

1. rufe die Strecke, die schon hoch geladene Bilder hat, im Editor auf
2. erstelle einen Wegepunkt am Aufnahmeort
3. wähle mit den Pfeiltasten das richtige Foto aus und klicke auf “speichern”

Maske zum Auswählen der Bilder
Maske zum Auswählen der Bilder

Download als Standard-GPX

Die bei GPSies georeferenzierten Bilder werden beim Download als GPX als Waypoint (“wpt”) mit in die Datei eingepflegt. Somit können auch externe Programme auf diese Quellen zugreifen und anzeigen. GPSies bedient sich hierbei der Standard GPX Spezifikation.

Copyrights

Bitte achtet darauf, dass euch die Bilder gehören oder zumindest das Recht habt, diese zu veröffentlichen.

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Google Earth Touren erstellen mit GPSies

2 Dezember 2012 von Klaus Bechtold

Seit einigen Tagen plagt mich wieder ein Thema und ich bin ganz wild, das endlich zu veröffentlichen. Heute ist es endlich soweit und ich bin gespannt, wie es euch gefällt.

Ab sofort: alle Strecken jetzt als Google Earth Animationen!

Google Earth Tour
Screenshot der Integration bei GPSies

Beispiel-Link: WE-Alpen Cross als Google Earth Animation anschauen

Ab sofort können alle Strecken auch als Animation angeschaut werden. Der Link dazu befindet sich unter den Karten (siehe Gogle Earth Icon). Es öffnet sich ein Popup-Fenster, dem dem die Tour animiert wird.

Voraussetzung: Google Earth Plugin oder Google Earth

Als Voraussetzung dafür benötigt ihr das Google Earth Plugin, welches man hier kostenlos herunterladen kann.

Auch als Download und zum Konvertieren

Als Goody obendrein habe ich das neue Format auch in der Liste der Download Formate mit aufgenommen. Somit kann die Tour auch direkt in Google Earth angeschaut oder konvertiert werden (siehe Format: Google Earth Tour).

Büchse der Pandora…

Eigentlich habe ich damit die Büchse der Pandora geöffnet, denn die Ideen und Innovationen sprudeln nur so. Ich übe noch ein bisschen und versuche demnächst noch weitere Parameter zur Steuerung der Animation einzubauen (Neigung, Abstand zur Strecke, usw.).

Die Google Earth Tour Animationen können übrigens auch schon direkt in eure Homepages integriert werden. Die Code-Schnipsel dazu sind wie gewohnt im unteren Bereich der Streckenseite hinterlegt (siehe IFRAME Google Earth Tour”)

Stay tuned und viel Spaß beim Stöbern!

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Strecke messen mit Geländesteigung

3 November 2012 von Klaus Bechtold

Im letzten Sommerurlaub trafen wir uns mit einer befreundenden Familie im Salzburger Land. Matthias, mein Freund, hat die mir etwas befremdliche Angewohnheit, frühmorgens um 5 Uhr auf einem Berg den Sonnenaufgang zu beobachten. Er bestieg also mitten in der Nacht den 2.051 Meter hohen Lackenkogel mit einen Gesamtanstieg von etwa 700 Höhenmetern.

Als wir uns Nachmittags trafen und er den Track hochgeladen hatte, fragte er mich, ob denn die Streckenlänge mit 7,86 Kilometer auch die Höhenmeter berücksichtige. Er hatte anscheinend auf der Wanderung zu viel Zeit und trotz der Anstrengung seinen Verstand geschärft. Tja, und da hatte er mich. GPSies misst nur die Horizontalentfernung, also flach auf der Kugeloberfläche.

Bauchschmerzen

Es ist als Streckenpapst nicht angenehm, wenn sich der latente Vorwurf einschleicht, dass die bisherige Methode zur Streckenmessung nicht richtig sei. Das kratzt am Ego. Ich stellte mich diesem Problem und errechnete Pi mal Daumen eine Abweichung von 2-3%, also etwa 200 Meter, die GPSies bei der Lackenkogel-Strecke zu wenig anzeigt.

Berechnung der tatsächlichen Distanz
Diagramm zur Berechnung der tatsächlichen Distanz anhand des Satzes des Pythagoras

Zu Hause angekommen analysierte ich andere Websites oder Software, ob diese die Korrektur mit der Geländesteigung vornehmen. In fast allen Fällen war dies nicht der Fall – es wurde wie bei GPSies nur eine Streckenmessung anhand der Horizontalentfernung vorgenommen.

Gestern habe ich eine neue Funktion eingebaut, mittels der man sich die tatsächliche Entfernung unter Berücksichtigung der Höhendaten anzeigen lassen kann. Die Streckendaten werden Punkt für Punkt anhand des Satzes des Pythagoras neu berechnet.

Der Knopf zum Ausprobieren befindet sich auf jeder Kartenseite zu einer Strecke unterhalb der Bewertungen, siehe “Entfernung mit Höhendaten”. Die Berechnung wird jedoch nur angezeigt und wird nicht als neue Streckenlänge übernommen.

Neue Berechnung bei GPSies?

Ich könnte jetzt natürlich die neue Berechnung als Standard bei GPSies einbauen. Das führt doch zu den folgenden Problemen:

  1. ungenaue Höhendaten führen zu ungenauen Ergebnissen
  2. im Vergleich zu anderen Streckenportalen hätte GPSies andere Daten, dies führt zu Diskussionen ;-)
  3. GPSies müsste 1.500.000 Stecken neu berechnen —> 17 Tage bei 1 Strecke pro Sekunde

Natürlich ist auch dies nur ein Anhaltspunkt, denn bekanntlicherweise ist die Erde ja eine Kartoffel. Es kommt natürlich auch auf den zu Grunde liegenden Erdumfang an.

Fazit

Wer ganz genau die tatsächliche Entfernung wissen möchte, der muss zum altherkömmlichen Hodometer greifen und die Strecke abrollen. Da wird dann die Kartoffel und auch die Geländesteigung berücksichtigt – alles 100% GPS frei ;-)

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GPSies Workaround für Garmin Wurmnavigation

19 September 2012 von Klaus Bechtold

Stelle dir vor, du läufst im unbekannten Terrain und deine GPS Navigation, die vorher 1.000 mal funktioniert hat, setzt plötzlich aus. So ist mir das vor etwa eineinhalb Jahren zum ersten Mal passiert.

Anwendungsfall

Meine Frau und ich waren für ein Wochenende im Schwarzwald. Natürlich hatten wir die Laufschuhe dabei und ich hatte schnell eine geeignete Strecke gefunden. Nach dem Loslaufen hatte ich gleich bemerkt, dass der “Wurm” auf dem Forerunner teilweise nicht sichtbar war. Mal erschien die Linie, mal wieder nicht. Ich hatte schnell herausgefunden, dass ich die Linie durch heraus zoomen wieder für ein paar Sekunden darstellen konnte. Da ich am CRS/TCX Format bei GPSies nichts geändert hatte, kam mir der Verdacht auf, dass sich der Fehler mit dem letzten Firmware-Update von Garmin eingeschlichen hat.

Für alle, die sich mit der “Wurmnavigation” auf dem Forerunner nicht auskennen, siehe auch Anleitung: Strecke mit Garmin Forerunner 205/305/310XT nachlaufen.

Analyse

Als Softwareentwickler sucht man die Fehler erst einmal bei sich selbst. Ich analysierte zum 100 Mal das TCX Format, erstellte Strecken mit anderen Tools u.a. mit dem Garmin Trainigscenter und lief Strecken nach – gleicher Fehler. So ein Mist, dachte ich, das ist ein Garminproblem. Jetzt ist die tolle Möglichkeit, Strecken mit der Minimalnavigation des Garmin Forerunners nachzulaufen, futsch. Ich wusste mir keinen Rat, gab auf und dachte nur: schade.

Workaround

Ende Februar 2012 kam endlich Schwung in die Angelegenheit. In dem Garmin Forum hatten ein paar Benutzer Theorien entwickelt, die mit dem Garmin Edge 500 (für Radfahrer) genau die gleichen Probleme hatten. Eine davon war, dass man mittels eines Workarounds (gleichmäßige Punkteverteilung alle x Meter) die Wurmnavigation wieder benutzen konnte. Ein Benutzer aus dem Garmin Forum kontaktierte mich. Da ich selbst betroffen war, war der Workaround bereits einen Tag später fertig. Und – es hat funktioniert!

Anleitung Workaround

Der GPSies Workaround” verwirft die aufgezeichneten Punkte und setzt auf dem gleichen Streckenverlauf neue Punkte in regelmäßigen Abständen. So wird dem Edge / Forerunner die Strecke mit gleichmäßigen Abständen, z.B. ein Punkt alle 20 Meter serviert. Aufgrund der unterschiedlichen Streckenlängen und der damit eventuell großen Dateien musste ich einen Algorithmus entwickeln, der den Abstand der Punkte automatisch berechnet. Bei Strecken unter 50 km werden Punkte alle 20 Meter gesetzt, bei Strecken bis 100 km alle 40 Meter, usw. Die Funktion arbeitet aber bei Strecken bis zu einer Länge von 250 km.

Die Funktion kann per Häkchen eingeschaltet werden:

1. Klick auf “Optionen einblenden” (bei Download einer Strecke, Editor oder Konverter)
2. Klick auf “Punkte gleichmäßig verteilen (alle ∅ Meter)”

GPSies Workaround
Bild: GPSies Konverter | Optionen einblenden

Garmin Lösung?

Mittlerweile ist der GPSies Workaround” in den einschlägigen Kreisen bekannt und verbreitet sich in der ganzen Welt. Bei jedem Firmware Update von Garmin hoffen die Benutzer, dass Garmin den Fehler repariert hat (ich mache immer sofort einen Test). Doch leider schaffen sie es nicht oder sie wissen davon gar nichts. Schade, dass Garmin an diesem Thema nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit arbeitet. Die “Wurmnavigation” ist wirklich einzigartig und hat seit Jahren zuverlässig funktioniert. Bis eben zu einem Firewareupdate im Sommer 2011…

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OpenSeaMap - die freie Seekarte auf Basis von OpenStreetMap

17 August 2012 von Klaus Bechtold

Heute möchte ich mal von einem sehr interessantem Projekt berichten: OpenSeaMap

Zusammen mit Christian, dem Erfinder des iPad Kartenplotters Rivers & Seas, war ich zum Entwicklertreffen von OpenSeaMap in der Nähe von Nürnberg eingeladen. Nürnberg an der Nordsee. Haha, nee, gelogen, es war doch Nürnberg in Franken, weil da einer der Initiatoren beheimatet ist.

OpenSeaMap?

Ja, genau. Klingt irgendwie wie OpenStreetMap, ist aber eher was für Wasserratten, die lieber eine Hand voll Wasser unter dem Kiel haben. Auf diesen Karten werden Leuchtfeuer, Tonnen und andere Seezeichen, Seewetter, Hafen-Informationen, Reparaturwerkstätten, Schiffszubehör eingetragen und angezeigt – also alles, was mit dem Boot oder Schiff zu tun hat.

Konkurrenz zu OpenStreetMap?

Nein, alle Daten werden bei OpenStreetMap eingetragen. Die Macher von OSM lächeln zwar noch über den neuen und nicht trockenen Nachwuchs, aber sie werden bald eines besseren belehrt werden. Meiner Meinung nach sind die seebezogenen Daten ebenso relevant wie die Daten für das Land. Ok, beim Mond würde ich vielleicht noch eine Minute nachdenken wollen, ob OpenStreetMap dafür geeignet wäre, aber hier auf der Erde gehört das Wasser und somit OpenSeaMap definitiv dazu.

Die Herausforderung

Was wohl ;-) – Höhen. Äh, nee, nicht schon wieder… diesmal sind es eher Tiefen. Wassertiefen sind im Gegenteil zu den Höhendaten (kumulierter Anstieg und Abstieg) sogar doppelt so wichtig. Wenn du mal ein Kahn dein Eigen nennen kannst, dann willst du nicht an irgendeiner zufällig durch die letzte Eiszeit entstandene Untiefe dein Ruder verlieren. Das letzte prominente Opfer einer solchen war ja die Concordia, die ist sogar umgekippt. Wassertiefen sind ganz schwer zu bekommen. Diese Daten werden von einigen Ländern gehütet wie Kronjuwelen (müssen also gekauft werden), die fortschrittlichen Niederlande haben es verstanden und verschenken sie einfach. Es verschiedene Ansätze, diese Daten zu erheben und sie kostenlos allen zur Verfügung zu stellen. Genau darüber wird gerade bei OpenSeaMap diskutiert.

GPSies?

Ja, seit eben gibt es einen neuen Layer auf GPSies: OpenSeaMap. Dieser kann wie die “Hillshading”-Höhen zusätzlich als Ebene auf die bereits vorhandenen Karten gelegt werden. Jetzt können alle Segler, Bootsfahrer, Kanuten und Paddler endlich richtig herum um die Tonne fahren.

Schiff Ahoi!

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Update GPSies+ für iPhone erschienen

30 Juli 2012 von Klaus Bechtold

Endlich – das Update ist bei iTunes erhältlich und funktioniert!

Nach einem echt peinlichem Start (nach Update erschien bis heute früh ein Update-Hinweis – völlig unlogisch – sorry!) könnt ihr jetzt die neue iPhone App von GPSies genießen.

Was ist neu?

  1. zwei weitere Karten (zusätzlich zur HikeBikeMap): OpenCycleMap und MapQuest
  2. nach Akku-Entladung oder unerwartetem Beenden kann weiter aufgezeichnet werden – Strecke bleibt erhalten
  3. flüssigere und “fluffigere” Kartenbedienung
  4. verbesserte Kartenausrichtung beim Aufzeichnen und Folgen

So, falls jemand jetzt nach den Offline-Karten fragt, dem sei gesagt, dass diese wahrscheinlich noch in diesem Jahr folgen

Have fun! Schönes Wetter! Und noch einen tollen Sommer!

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