Höhenmeter: GPSies sucht die Wahrheit

11 Dezember 15 von Klaus Bechtold

Einige von euch kennen ja schon meine Meinung zum Thema Höhenmeter: alles nur Glaubenssache. GPS Hersteller, App-Entwickler und selbsternannte Gurus haben alle ihre eigene Wahrheit gefunden. Ich will mich davon gar nicht ausnehmen. In einem früheren Blogartikel schrieb ich mal, dass nur der liebe Gott und der Landvermesser die wahren Höhenmeter kennen. Dazu stehe ich immer noch.

Dieser Artikel ist sehr technisch und soll euch zum Mitdenken anregen. Außerdem möchte ich gerne mein Verfahren transparent halten, damit jeder meine Überlegungen nachvollziehen kann.

Viele machen sich keine Gedanken und denken, dass die Berechnung der Höhenmeter doch ganz einfach ist: man muss doch bei einer Strecke auf Grundlage der Geo-Koordinaten nur den nächsten Punkt akkumulieren, wenn dieser höher liegt. Das ist leider nicht so. Es kommt erstens sehr stark auf die Quelle an (GPS-Daten, barometrische Daten oder andere Quellen, wie Google, SRTM1/SRTM3 usw.) und zudem auf die richtige Auswahl der Messpunkte. Man kann nicht einfach alle Punkte einer GPS-Aufzeichnung summieren oder subtrahieren – so einfach ist das leider nicht, denn dann kommen Monddaten heraus.

Ihr kennt sicher die wunderlichen Ergebnisse der GPS Geräte, wie von Garmin, Falk, Polar & Co. Ich laufe zum Beispiel seit Jahren drei Mal in der Woche immer wieder die gleichen Trainingsstrecken, früher mit Garmin und seit etwa einem Jahr mit der Polar V800. Jedes Mal habe ich abweichende Höhenmeter, obwohl die Strecke zu 100% gleich ist. Ok, ich bin faul und lasse vor dem Lauf den Barometer automatisch per GPS kalibrieren. Trotzdem habe ich sehr oft um 25% abweichende Höhenmeter zum Lauf vor ein paar Tagen früher. Da stimmt doch was nicht…
Der Vollständigkeit halber will noch kurz erwähnen, dass GPS Aufzeichnungen ohne barometrische Messung völlig unrealistisch sind. Mit diesen Daten kann man nur eine sehr grobe Orientierung erzielt werden, da Höhendaten extrem von der GPS Genauigkeit abhängen. Da liegt man schnell mal um 50 Meter daneben.

Wo gibt es offiziell vermessene Strecken als Referenzen?

Auf meiner Suche nach offiziell vermessenen Strecken mit Höhenmetern bin ich leider nicht fündig geworden (für solche Strecken bin ich im Übrigen sehr dankbar!). Selbst die Tour de France (TDF) veröffentlicht nur Höhendaten von Streckenteilen bzw. Anstiegen, wie z.B. vom Alpe d’Huez. Sie machen es sich sehr einfach, da die Anstiege linear und stetig nach oben gehen. Da muss man einfach nur die Differenz vom Fuß zum Gipfel ausrechnen – und schon hat man den Anstieg. Ich glaube, ich weiß warum die TDF nicht mal eine gesamte Etappe mit Höhenmetern veröffentlicht: es ist zu teuer oder aufwändig, das von einem Landvermesser professionell ermitteln zu lassen. Oder sie wollen sich einfach der Diskussion nicht stellen. Witziger weise bin ich auf meinen Recherchen nach amtlicher Streckenvermessung auf ein Dokument des Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) gestoßen, die zu diesem Thema auf GPSies.com verweisen: “Hier können für die Streckenplanung auch Streckenlängen und Höhenprofile vorab relativ genau ermittelt werden”.




Abbildung: © Tour de France 2016, Stage 9

Wie misst ein GPS Gerät?

Ja, genau, wie berechnet eigentlich ein GPS Gerät Höhendaten? Welche Geo-Koordinaten werden dazu herangezogen? Das ist ein Geheimnis – ich weiß es jedenfalls nicht und ich bin auch mit meinen empirischen Versuchen nicht dahinter gekommen.

Früher lies Garmin noch den Benutzer den Modus “intelligente Aufzeichnung” im Setup von Forerunner und Edge auswählen. So wurden bei langen Geraden die unnötigen Zwischenpunkte herausgeworfen. Ein vereinfachtes Beispiel zur Veranschaulichung: nehmen wir an, wir fahren einen extrem hügeligen Kilometer exakt gerade aus. Das GPS Gerät zeichnet jede Sekunde einen Punkt auf und es entstehen zu dem Kilometer 180 Punkte (kleine Mathe-Aufgabe: wie schnell bin ich gefahren? Haha, ja, es sind genau 20 km/h). Im Extremfall verwerteten die alten Garmins nur den ersten und den letzten Punkt – die 178 Punkte dazwischen werden nach dem exakt gerade aus führenden Kilometer weggeworfen – um Speicherplatz zu sparen.

Die heutigen Garmin Geräte haben mehr Speicherplatz zur Verfügung und speichern die GPS Aufzeichnungen z.B. im binären FIT Format. GPSies unterstützt übrigens dieses Format im Im- und Export, sogar mit Wegepunkten. In einer Stunde fallen bei einer sekündlichen Aufzeichnung genau 3600 Geo-Koordinaten an. Ein Wanderer ist damit etwa 5 km (ca. 1,4 m/s) weit gekommen, ein Rennradfahrer etwa 30 km (ca. 8,3 m/s), ein Motorrad etwa 100 km (ca. 28 m/s). Also fallen beim Wandern pro zurückgelegten Meter mehr Daten als z.B. beim Motorradfahren an. Also nimmt der Wanderer mehr “Bodenwellen” wahr als der Motorradfahrer. Daraus folgt, dass die gleiche Strecke einmal alle 1,4 m und einmal alle 28 m ein Messpunkt bekommen hat. Somit gibt es je nach zurückgelegter Geschwindigkeit unterschiedliche Höhendaten. Wäre es nicht besser, wenn eine gleiche Strecke immer gleich vermessen werden würde, also egal der Aktivität?

Jetzt kommt meine kritische Frage: welche Messpunkte (2D) verwendet das Gerät, um daraus die Höhenmeter (3D) zu ermitteln? Werden auch die Höhendaten “intelligent” ausgewertet? Wie erfolgt die Nachberechnung, werden Bodenwellen herausgefiltert? Wenn ja, wie? Das ist wohl ein Betriebsgeheimnis und wird uns vielleicht nie preisgegeben. Wer unter den Lesern mehr weiß, der ist gerne willkommen, hier einen Kommentar zu hinterlassen.

Ich möchte damit nur mal einen Teil der Problematik aufzeichnen. Mir würde noch viel mehr einfallen, z.B. zum Thema barometrischer Messung, aber ich möchte hier nicht weiter eingehen.

Kann Software bei der Berechnung helfen?

Wie messen eigentlich Internet Portale, wie z.B. Garmin Connect oder Strava? Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Es gibt sogar ein deutschsprachiges Streckenportal, das dem Benutzer verschiedene Höhenmeter zur Auswahl vorschlägt und ihn dann auswählen lässt – also eine rein subjektive Entscheidung ;-)

Da die Berechnungen z.B. auf Basis einer GPX-Datei erfolgen, können diese natürlich nicht auf die echten Höhenmeter zurückgreifen. Erinnert euch einfach an den vorher beschriebenen Kilometer. Wenn eine GPX-Datei “intelligent” aufgezeichnet oder geglättet wurde, dann ist das eine tolle (zweidimensionale) Strecke, aber die dazwischen liegenden Messpunkte zur Höhenmeterermittlung fehlen. Klingt logisch, oder? So, was macht man denn nun daraus? Kann man denn auf dieser Grundlage Höhendaten berechnen? Meine Antwort lautet: NEIN, denn es fehlen wichtige Kennzahlen!

Wie misst GPSies in Zukunft?

Seit ich im August 2015 die SRTM1-Daten (eine Bogensekunde, ca. 30×30m) von dem NASA Server gesaugt und damit die etwas ungenaueren SRTM3 (drei Bogensekunden, ca. 90×90m) Daten abgelöst habe, bin ich wieder etwas heiß auf eine Annäherung an die Wahrheit. Ich habe in letzter Zeit viele Stunden vor dem Rechner verbracht und leider wieder zu viele verschiedene Wahrheiten gefunden. Am Ende habe ich fast aufgegeben – wie ich auch rechne, ich bekomme immer wieder so stark unterschiedliche Ergebnisse. Jetzt will ich mich mal mit einer transparenten Berechnungsmethode an die Öffentlichkeit trauen.

Berechnung bei GPSies

  1. Ich glätte zuerst die Strecke, um Punktwolken oder starke Ausreißer zu eliminieren. Das hat den Hintergrund, dass Foto- / Trinkpausen oder zu schlechte GPS-Signale das Ergebnis nicht verfälschen.

  2. Dann interpoliere ich in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 25 Meter) neue Punkte mit ebenfalls interpolierten STRM1-Höhen zur Strecke. Zu Deutsch: wenn ein Kilometer aufgrund der intelligenten Aufzeichnung nur aus einem Start- und Endpunkt besteht, dann werden bei einer 25-Meter-Interpolation genau 38 Punkte künstlich in die Strecke gesetzt (40 Punkte mal 25 Meter = 1 km). Das sind die Messpunkte nur zur Ermittlung der Höhenmeter.



    Abbildung: Interpolation neuer Punkte alle 25 Meter
  3. Zum Schluss glätte ich die Höhenlinie mit einem Toleranzwert (z.B. 5 Meter), um kleinere Unebenheiten bzw. Bodenwellen herauszufiltern. Das hat wiederum den Hintergrund, Ungenauigkeiten meiner Rohdaten (STRM1) zur Strecke herauszufiltern. Wenn also Höhenmeter mal 4 Meter nach oben, dann wieder 3 Meter nach unten, dann wieder 2 Meter nach oben gehen, werden diese kleinen Schwankungen nicht gewertet. Es wird also erst bei Bodenwellen ab 5 Metern gezählt. Ich weiß, dieser Wert ist reine Willkür, aber ich habe leider keine besseren Ausgangsdaten.



    Abbildung: Berechnungen mit Rauschminderung (Toleranzwert 5 Meter)

Anmerkung Dezember 2015: dieses Verfahren ist noch nicht online. Zurzeit werden nur Punkt 1 und Punkt 2 (Messpunkte alle 100 – 200 Meter) verwendet

Kleiner Exkurs: STRM-Daten

Die Daten stammen von der Shuttle Radar Topography Mission aus dem Jahr 2000. Innerhalb von 11 Tagen wurden selbst unwegsame Regionen der Erde erfasst und vermessen. Abgedeckt wurden Landflächen zwischen dem 60. nördlichen und 58. südlichen Breitengrad, durch die Bahnneigung der Umlaufbahn bedingt sind die Pole in diesen Datenbeständen nicht enthalten. Seit dem 7. August 2015 sind die kompletten Daten mit einer Auflösung von einer Bogensekunde (ca. 30 m) frei verfügbar (GPSies hat sie seit September 2015).



Abbildung: SRTM Daten Version 1 und 3 im Vergleich

Zu Deutsch: ich habe in einem festen Raster aus 30×30 Meter Kacheln genau einen Höhenpunkt. Um eine höhere Genauigkeit zu bekommen, interpoliere ich auch hier. Wenn z.B. ein Punkt genau auf der der Mitte zwischen 2 Kacheln liegt, dann nehme ich den Mittelpunkt, z.B.: Kachel A hat 80 Meter, Kachel B hat 100 Meter, dann rechne ich mit 90 Metern als Höhendatum. Das Ganze mache ich natürlich nicht nur mit 2 Kacheln, sondern mit allen vieren.

Gibt es Alternativen zu SRTM?

Ja, die gibt es. Zum Beispiel Google. Ich kann sie leider nicht benutzen, weil sie erstens zu teuer und zweitens von meiner Server-Umgebung zu weit entfernt sind. Wenn ich Google benutzen würde, müsste ich ca. 100 Milliarden Geo-Koordinaten bei Google anfragen. Die ist eine Menge Holz und würde ewig dauern.

Erfahrungen

Es kommt immer wieder auf das Gleiche heraus: je mehr Punkte ich zur Berechnung heranziehe, desto mehr Höhenmeter kommen zustande- ist ja auch logisch. Deshalb habe ich noch den 3. Schritt, also die Glättung mit einer 5-Meter-Toleranz eingebaut. Nur dass wir uns nicht Missverstehen, ich spreche nicht von einem linearen Steigungsverlauf, um z.B. von einer Anfangshöhe einen Berggipfel zu erklimmen – das funktioniert natürlich tadellos. Es geht um die “wilden” Strecken, also die, die eine Tour schön und interessant machen, mit vielen Höhen und Tiefen.

Wo ist der Haken?

Da meine Methode auf Basis der SRTM1 Daten funktioniert und somit keine tatsächlichen, z.B. barometrisch Höhenmeter eruiert werden können, werden z.B. Flugstrecken auf den Boden gezogen. Daher habe ich noch ein paar Ausnahmen eingebaut, die z.B. die Aktivität “Fliegen” von der Berechnung mit SRTM1 Daten ausschließt. Ähnliches gilt für Brücken oder baulicher Veränderungen der letzten 15 Jahre, die in meinem SRTM basiertem Datenhaushalt leider nicht berücksichtigt sind.

Wie wirkt sich die neue Methode aus?

Da mehr Messpunkte verwendet werden und somit GPSies genauer als vorher misst, werden meiner Erfahrung nach die Strecken 10-30 Prozent mehr Höhenmeter bekommen. In der Regel, denn dieses Verfahren kann auch zu weniger Höhenmetern führen. Ich höre schon euren Aufschrei :-). Geplant ist, dass demnächst alle 3.5 Millionen Strecken nochmal neu berechnet werden.

Kann die Berechnung schon mal ausprobiert werden?

Ja, das geht, wenn man bei GPSies angemeldet bzw. eingeloggt ist. Einfach auf eine beliebige Strecke gehen und unter der Karte bzw. unter dem Höhendiagramm im Feld “Gesamtanstieg” rechts auf die Zahnrädchen klicken. Es erscheint eine Infobox mit dem berechneten Ergebnis. Die Berechnung ist “flüchtig”, d.h. sie wird nicht gespeichert und ist nur zum Schauen.

Mit diesem Artikel bzw. mit dieser Transparenz kann jeder meine Schritte und Überlegungen nachvollziehen. Es kann sein, dass ich in den nächsten Tagen die Werte noch verändere, zum Beispiel anstatt der 25 Meter (Punkt 2) runter auf alle 10 Meter gehe. Oder ich das Rauschen (Punkt 3) verringere auf 2.5 Meter. Toll wären Vergleichsstrecken, an denen ich mich orientieren kann. Aber die sind echt schwer zu finden (siehe meinen Aufruf im nächsten Absatz).

Kennt jemand offiziell vermessene Strecken mit Höhendaten?

Es geht hier nicht um die Vermessung in der Länge. Auch hierzu könnte ich etwas schreiben, denn Strecken am Äquator sind in Wirklichkeit immer etwas kürzer als angezeigt (Ausdehnung der Erde, Annahme des Erddurchmessers als Konstante). Aber darum geht es hier nicht. Mich interessieren hier nur die Strecken mit offiziell vermessenen Höhenmetern (bitte die Links hier als Kommentar anfügen).

Bedingungen:

Kein GPS Gerät (auch nicht mit barometrischer Aufzeichnung!) und keine App darf die Höhenmeter ausgerechnet haben. Die Daten sollten von einer Institution (z.B. eines nationalen Landesvermessungsamtes) oder von einer amtlich einberufenen Person ermittelt und ggf. auch verteidigt werden können.

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Ibiza ist mehr als nur eine Party-Insel

31 Oktober 15 von Klaus Bechtold




Anfang diesen Monats besuchten meine Frau und ich die balearische Insel Ibiza. Wir waren Teilnehmer einer geführten Radreise, die sternförmig die Erkundung der Insel als Ziel hatte.





Gleich auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel sind mir die riesigen Werbetafeln zu “Closing-Parties” aufgefallen. Ibiza ist unter dem Partyvolk wohlbekannt. Anfang Oktober ist dort die Saison zu Ende und die Clubs bzw. Diskotheken motten sich ein zum Winterschlaf. Über die gesamte Nebensaison bleiben jedoch angenehme Chillout Beats in den Cafes und Restaurants allgegenwärtig.





Obwohl die Insel nicht sehr groß ist, kann man sich mit einem Fahrrad innerhalb von Minuten dem touristischen Trubel entziehen. Unser Ausgangspunkt bzw. unser Hotel war auf einer Anhöhe ganz in der Nähe von Sant Antoni de Portmany. Leider findet man auf der ganzen Insel die baulichen Sünden an Landschaft und Natur gegenüber der eigenen Wunsch- bzw. Idealvorstellung, sodass man ein paar Kompromisse eingehen muss. Dennoch ist Ibiza zum Radfahren sehr gut geeignet, denn im hügeligen Terrain findet man immer abseitige Wege. Die Inselverwaltung gibt sich derzeit viel Mühe, Radwege auszubauen und zu Beschildern.





Vom Hotel aus nahmen wir täglich an geführten Touren teil – für mich als passionierter Streckenplaner mal eine schöne Abwechslung “fremde” Strecken auszuprobieren. Unser Guide Dirk von Wikinger Reisen ist sehr kompetent und versuchte stets mit seiner freundlichen Art auf die unterschiedlichen Leistungsniveaus der Teilnehmer einzugehen. Eine nicht leichte Aufgabe, zumal unsere Gruppe vom Rennradfahrer bis zum “mal zum Bäcker”-Radler bestand. Da waren Konflikte vorprogrammiert und wir mussten oft warten, bis alle wieder aufgeschlossen hatten. Die vielen Pausen vertrieb ich mir mit Fotografieren und GPS-Fachsimpeln. Da Dirk die Möglichkeiten zur Streckenplanung von GPSies schon seit Jahren kannte, hatten wir oft Gelegenheit dazu.





Die Leihräder waren in einem erstaunlich guten Zustand. Am letzten Tag der Reise, 3 km vor dem Tagesziel Ses Salines hat jedoch die Natur über die Technik gesiegt: in einer sehr langen und tiefen Pfütze (es hatte geregnet) verabschiedete sich meine komplette Schaltgruppe und ich musste àla Freiherr von Drais die letzten Meter zurücklegen.

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Routing jetzt auch für Rennrad, Mountainbike und Motorrad

30 September 15 von Klaus Bechtold

Die Partnerschaft und Zusammenarbeit mit GraphHopper ist echt ein Glückgriff. Gestern wurde die GraphHopper Directions API um 3 weitere Aktivitäten erweitert:

  • Rennrad
  • Mountainbike
  • Motorrad

Ich habe natürlich gleich alles liegen und stehen lassen und mich sofort an die Umsetzung gemacht – 123 – fertig – der Streckeneditor hat nun ein paar Routing-Icons (jetzt 6 Icons) mehr.



Copyrights Karte: Tiles Courtesy OpenStreetMap and contributors



Dazu gibt es eigentlich nicht mehr zu schreiben. Außer dass sich das neue Routing noch im Beta-Status befindet und dass die Daten natürlich aus dem großartigen OpenStreetMap Projekt stammen. Probiert’s aus!

Weitere Informationen dazu siehe auch im GraphHopper Blog.

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Touren-Suchen: Speichern des Suchprofils

5 September 15 von Klaus Bechtold

Ihr kennt vielleicht das Problem: man sucht schöne Touren und muss sich erst einmal durch die vielen Suchparameter, wie z.B. die Aktivität, die Distanz oder die Höhenmeter durch kämpfen, bis geeignete Suchergebnisse angezeigt werden. Je mehr Parameter man verwendet, desto passender wird die Tourenauswahl. Doch beim nächsten Besuch der Seite geht das Einstellen der Suche jedoch wieder von vorne los…

Das war gestern – ab sofort wird eure Suche gespeichert!



Copyrights Karte: Tiles Courtesy of MapQuest Map data OpenStreetMap and contributors



Seit heute werden die Sucheinstellungen unter einer automatisch erzeugten Bezeichnung abgespeichert. Einmal gesucht, lässt sich die Suche bei einem erneuten Besuch der Seite leicht wiederverwenden und erweitern. Wer mag, kann die automatisch generierten Bezeichnungen der Suchen mit eigenen Worten ändern.

Diese Funktion wurde schon seit Jahren gewünscht und steht nun im neuen und mobilen Layout zur Verfügung.

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Die Nadel im Heuhaufen: Touren Empfehlungen

28 August 15 von Klaus Bechtold

Hilfe, ich verreise und suche die schönen Strecken in der Region. Nur – wie finde ich schnell mit einem Klick die geeignetsten?

Tja, das ist wirklich ein Problem. GPSies hat sehr viele Strecken, zurzeit ca. 3,2 Millionen. In den touristischen Regionen, wie z.B. den Alpen, gibt es Ballungen, die es sehr schwer machen, die schönsten bzw. “besten” Strecken ausfindig zu machen.

GPSies hebt sich zwar durch eine restriktive Doublettenerkennung von den reinen Trainingsportalen wie Garmin Connect, Strava oder Runtastic ab, bei denen die Benutzer immer wieder auf den gleichen Strecken trainieren, dennoch gibt es regionale Ansammlungen, die es schwer machen, da noch durchzublicken.

Seit ein paar Wochen experimentiere ich an einer Methode, wie man zu den “besten” Strecken kommt. Anhand einer Art “künstlichen Intelligenz” sollen, durch Eingrenzungen der Region und Auswahl der Aktivität (z.B. Rennrad oder Wandern), die Top-Touren angezeigt werden. Apropos Top-Touren, natürlich fallen viele sehr gute Strecken durch das Raster, die in irgendeinem Punkt meinen “empirischen” Vorgehen nicht gerecht werden. Dies bitte ich schon mal im Vorfeld zu verzeihen ;-)

Als Parameter verwende ich erst einmal die Aktivität selbst, die ich bei angemeldeten Benutzern aus dem Profil entnehme. Nehmen wir beispielsweise eine Fahrradtour. Das Gros der Tourenfahrer möchte Strecken zwischen 15 und 75 Kilometer fahren, für den Rennradfahrer sind jedoch Strecken zwischen 30 und 120 Kilometer interessant. Das sind jedoch reine Annahmen, die ich mir ausgedacht habe.

Weitere Parameter sind: wie ist die technische Qualität (Verhältnis Anzahl der Punkte zur Streckenlänge), Anzahl der Downloads, wie oft wurde die Strecke angezeigt, wurde die Strecke (positiv) bewertet, hat sie eine Beschreibung (der Autor hat sich bemüht), wurde sie bebildert, wie “alt” ist die Strecke, wie viele Höhenmeter gibt es (nur Mountainbike) und so weiter. Es ist nicht alles perfekt und ich muss ein wenig lernen und anpassen, aber es ist immerhin schon mal brauchbar.


Jetzt neu: Touren Empfehlungen bei GPSies


Wem diese Ergebnisse dennoch zu ungenau sind, der kann natürlich die reguläre Touren-Suche verenden. Meine Intention mit dieser Möglichkeit ist, dass man nur mit einem Klick zu brauchbaren Touren-Vorschlägen kommt.


Zum Schluss ein Beispiel für deine Region

Hier das Widget, das ihr in eure Homepage einbinden könnt.

Die Erkennung eures Standorts erfolgt über eure IP-Adresse. Falls das nicht funktioniert, bitte anderen Ausschnitt wählen.

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GPSies in neuem Outfit

24 Juni 15 von Klaus Bechtold

Es ist vollbracht: nach fast 2 Jahren Vorbereitung, von der Idee bis zu den Entwürfen, der Technologieauswahl und der Umsetzung ist ab heute der “Facelift” von GPSies live!

Während einer Testphase von einigen Monaten sammelten wir erste Erfahrungen. Wir, das sind Attila Pinter (CSS/JS/HTML), Max Hentschel (Layout und Konzeption) und ich. Die Resonanz zum modernen und hellen Layout war sehr positiv und wir sind sehr gespannt, wie ihr darauf reagiert.

Wozu das Ganze? Ich habe mich doch sooo daran gewöhnt…

Der Umbau zu einer neuen Version war längst überfällt und notwendig. Hier sind einige der Gründe:

  • Übersichtlicher: Funktionen aufräumt und neu anordnet
  • Bedienung für mobilen Geräten angepasst
  • Inhaltsbereiche erweitert (z.B. Startseite)
  • Erweiterbarkeit der Anwendung vereinfacht

Wo ist denn die GPSies-Kuh?

Einige von euch werden die GPSies-Kuh vermissen. Tatsächlich wurde sie zugunsten des schmaleren Kopfbereichs geopfert. Nach einigen Protesten der Beta-Tester hat sie der Designer Max dann doch wieder auf die Weide geführt und jetzt wiederkäut sie friedlich im Fußbereich der Seite.

Ich will aber nicht umstellen!

Wer noch mit der alten Oberfläche weiterarbeiten möchte, kann sie weiterhin benutzen. Dazu kann jederzeit oben im Kopfbereich hin- und her geschaltet werden (siehe “Zurück zur klassischen Ansicht” bzw. “Wechsle zur neuen Version”). Der Parallelbetrieb ist noch mindestens bis zum Jahreswechsel 2015/2016 garantiert.

Was ist neu?

Eigentlich hat sich die Funktionalität nicht so viel geändert. Das Garmin Communicator PlugIn ist auf der Strecke geblieben und wurde nicht mehr in die neue Version übernommen. Dafür hat die neue Version jetzt einen PDF Druck für registrierte Benutzer, der den gesamten Streckenverlauf auf einem DIN A4 Blatt darstellt. Weiterhin wurden die Suchmöglichkeiten erweitert und übersichtlicher gestaltet.

Und jetzt?

Tja, have fun! Nutzt das neue GPSies und ihr werdet euch schnell daran gewöhnen. Das Backend ist das gleiche wie vorher, deshalb wird es in der Bearbeitungsgeschwindigkeit keinen Unterschied geben. Falls ihr konstruktive Kritik äußern wollt, dann bitte über das GPSies Forum.

Btw., jetzt mit Loadbalancer: GPSies ist schneller geworden

Durch den unermüdlichen Einsatz vom Admin Kai konnten wir die Server Struktur umstellen. Jetzt läuft ein Loadbalancer, der die vielen Anfragen auf drei Frontendserver verteilt. Der nächste Sommer kann kommen!


Endlich fertig! Das neue GPSies!


Ein früher Entwurf, der wieder verworfen wurde…


Längst überfällig! Der alte “look”! Aber – man hat sich ja soo daran gewöhnt…

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Ade Satellitenkarten: Nokia-HERE-Karten leider nicht mehr verfügbar

4 Februar 15 von Klaus Bechtold

Am Sonntagabend entspannte ich mich gerade bei einem Spielfilm (nein, kein Tatort), als mein mobiler Begleiter (ja, das ist schon eine Krankheit) sich mal wieder mit einer Mail meldete. Sie kam von Nokia HERE (“donotreply”) mit dem Betreff: Transaction Usage Notification.

Dort las ich:

… you’ve used 50% of your monthly platform transaction quota…
Total Monthly Transaction Limit: 100000
Total Monthly Transactions Used: 51643.333333333

Genau 10 Minuten später bekam ich erneut eine Mail:

…you’ve used 75% of your monthly platform transaction quota…
Total Monthly Transaction Limit: 100000
Total Monthly Transactions Used: 76077.2666666667

Und nochmal 7 Minuten später:

…you’ve used 95% of your monthly platform transaction quota…
Total Monthly Transaction Limit: 100000
Total Monthly Transactions Used: 95076.1333333334

Spätestens jetzt wusste ich, dass es vorbei mit meiner gemütlichen Sonntagabendunterhaltung ist. Ich raste (an den verwunderten Blicken meiner Frau und den Kindern vorbei) einen Stock höher zum Rechner, startete meine IDE und baute sämtliche Nokia Karten aus. 5 Minuten später aktualisierte GPSies.com und GPSies war “Nokia”-frei – hatte also keine Satellitenkarten mehr.

Kurz danach meldete mich mit meinem Nokia HERE Entwicklerkonto an, fand eine Preisliste und siehe da: Nokia’s ehemals kostenlose Kartennutzung wurde auf einmal kostenpflichtig. Sie hatten mein kostenloses Konto mir nichts, dir nichts schon vor einiger Zeit automatisch in eine 3-monatige Testphase (Start Ende Oktober 2014) umgewandelt. Diese war nun abgelaufen, doch leider habe ich von Nokia keine Mail erhalten.

Ein vorsichtiger Blick in die Preisliste schaffte Klarheit:

100.000 monatliche Transaktionen sind kostenlos
150.000 monatliche Transaktionen kosten 49 €
275.000 monatliche Transaktionen kosten 99 €
700.000 monatliche Transaktionen kosten 299 €
2.000.000 monatliche Transaktionen kosten 999 €

Die Preise gelten aber nur, wenn man vorher diese Mengen bucht. Ansonsten wird nach Verbrauch abgerechnet (0.001€ / Transaktion).

Eine Transaktion, soweit ich das richtig beurteile, “wiegt” 15 Kartenkacheln (engl. Tiles). Je nach euren Bildschirmgrößen sind das pro GPSies-Strecke mal mehr oder weniger. Nokia geht davon aus, dass eine Strecke im Satellitenmodus im Durchschnitt 15 Kartenkacheln entsprechen (entspricht einer Transaktion). Was bei sehr kleinen Bildschirmen (z.B. Smartphones) ja noch stimmen mag. Ich rechne aber generell mit 5 Transaktionen pro Kartenansicht. Wenn ein Nutzer die Karte zoomt oder verschiebt, dann werden weitere Kacheln angefordert und somit neue Transaktionen gezählt.

Nokia führt eine Statistik mit, an der ich genau die Anzahl der Requests ablesen und daraus die Transaktionen berechnen kann (1 Transaktion = Anzahl Requests/ 15). Nun, was glaubt ihr? Reichen die 100.000 kostenlosen Transaktionen pro Monat? Leider nicht, sie reichen bei GPSies.com gerade mal für 2-3 Tage. Dann ist das monatliche Kontingent erschöpft. Laut der Statistik hat GPSies in den ruhigen Wintermonaten ca. 35.000 Transaktion pro Tag, das sind etwa eine Million Transaktionen pro Monat. Ich rechne, dass es im Frühjahr bzw. Sommer etwa zwei Millionen Transaktionen im Monat sein werden.

Jetzt nehme ich mal die Preisliste, rechne hoch und komme auf ca. 1.000€ pro Monat, die ich für die Nokia-Satellitenkarten bezahlen müsste. Das kann ich mir leider nicht leisten, sorry! Der Betrieb von GPSies wird größtenteils durch die Werbung und Spenden finanziert und soll kostenlos bleiben. Die 1.000€ an Nokia müsste ich jedoch aus eigener Tasche bezahlen.

Nokia geht damit einen Schritt, den bisher fast alle Kartenanbieter gegangen sind (bis auf MapQuest): sie wollen endlich Geld verdienen. Erst fangen sie damit an, die “Guten” vorzuspielen und locken Entwickler damit, kostenlos und unlimitiert Karten einzubinden. Dann kommt irgendwann der Hammer und so weiter.

Ich habe das jetzt schon mit Google erlebt, mit Yahoo, Cloudmade und Microsoft. Naja, jetzt eben auch Nokia. Man kann es ihnen nicht verdenken, denn gerade die Satellitenkarten mit den hohen Detailinformationen sind nicht gerade leichtgewichtig, was den Datentransfer betrifft. Aber schade finde ich es trotzdem.

Ich hoffe nur, dass ich nach Ablauf der Testphase am letzten Sonntag nicht für ein paar Stunden bezahlen muss. Da Nokia mein Konto einfach so überführt hat, haben sie weder Anschrift noch Zahlungsinformationen und ich hoffe, dass keine Rechnung per E-Mail kommt. Komischerweise zeigt mir die Nokia Statistik immer noch jeden Tag ca. 2.000 Transaktionen an, die nach dem Ausbau abgerufen werden. Wahrscheinlich bedient sich hier einer mit meinem Lizenzschlüssel. Oder sie zählen falsch ;-)

Als Alternative habe ich erst einmal OpenAerialMap integriert, die aber kaum ins Detail gehen und sehr grob sind.

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Strecken übertragen an betagte Garmin Forerunner und Edge

5 Dezember 14 von Klaus Bechtold

Die Garmin Forerunner 205/305/310XT für Läufer und im Radbereich die Edge Serie 205/305 sind trotz ihres betagten Alters immer noch sehr oft in Gebrauch. Das liegt daran, dass einerseits die Geräte zum Ende des Produktzyklus massenhaft und vor allem sehr preisgünstig angeboten wurden. Andererseits hat sich zu den neuen Produkten nicht so viel verändert, um einen Ersatz eines Nachfolgeprodukts zu rechtfertigen.

Wer solch ein Gerät besitzt, der fragt sich vielleicht (und sehr oft auch mich), wie man denn Strecken von diesen “alt”-Geräten ausliest (zum Darstellen der Strecke auf GPSies) oder zum Nachlaufen bzw. -fahren an das Gerät sendet. Garmin hat ja eigentlich dafür ein tolles Browser-PlugIn entwickelt, das die Kommunikation sehr einfach direkt vom und zum Browser realisiert.

Die neueren Geräte von Garmin (z.B. Forerunner 910XT, Fenix, Edge 800) stellen sich dieser Problematik nicht, da hier der Zugriff über die Einbindung als Computer-Laufwerk realisiert wird (einfach mittels Dateimanager beschreib- und lesbar). Auch andere Outdoor GPS Geräte von Garmin (Etrex, Oregon, Monterra, Montana, usw.) benötigen das PlugIn nicht, da der Zugriff ebenfalls über Dateimanager möglich ist. Dieser Artikel nimmt also diese Geräte aus der Betrachtung heraus.

Im Laufe der letzten Jahre und der wachsenden Forderungen nach mehr Sicherheit, kommen die Browser-PlugIns immer mehr in Verruf, denn sie stellen große Sicherheitslücken dar. Das Garmin Communicator PlugIn kommuniziert direkt über einen eigenen Gerätetreiber vom Betriebssystem aus mit dem Gerät. Das bedeutet, dass dem PlugIn sehr viele Berechtigungen auf den Computern eingeräumt werden müssen. Und das wiederum treib Hacker an, sich auch mal sportlich zu betätigen ;-)

Aufgrund des gesteigerten Sensibilität der Verbraucher in Sicherheitsaspekten werden diese Art von PlugIns von den Browserherstellern (Mozilla, Microsoft, Apple, Google usw.) nicht mehr so lässig integriert. Die Nutzer werden darauf hingewiesen, dass die PlugIns gefährlich sind und das System möglicherweise dadurch gefährdet wird. Manche Browser sperren von Hause aus erst einmal die Kommunikation der PlugIns, sodass sie nicht oder nur eingeschränkt funktionieren.

Garmin hat das erkannt und hat seit dem Jahre 2011 das Garmin Communicator PlugIn nicht mehr weiter entwickelt – lohnt sich nicht mehr. Das PlugIn wurde übrigens ab 2007 entwickelt und GPSies.com war die erste Website der Welt, die das PlugIn integriert hat (siehe auch Garmin Developer Blog und GPSies Blog, Juni 2007).

Die Software funktioniert zwar noch in vielen Browsern und man kann sie auch noch installieren, aber ich bekomme immer mehr Mails von Benutzern, dass sie nicht mehr zu den gewünschten Ergebnissen führt. Was ist einfacher, als mir eine Mail zu senden und sich bei mir zu beschweren und die Fehlerbehebung zu fordern ;-) . Was aber viele nicht wissen – ich kann den Fehler aus besagten Gründen ja gar nicht beheben – deshalb dieser Artikel. Es wäre natürlich toll, wenn Garmin sich dieses Problems und der Kundenbetreuung annehmen würde, aber ich kann auch verstehen, dass sie lieber in die Zukunft schauen und neue Produkte verkaufen wollen, die diese Problematik nicht mehr haben.

Wer also mit dem Garmin Communicator PlugIn nicht mehr zu den gewünschten Ergebnissen kommt, dem möchte ich hier einen Weg aufzeichnen, der auch zum Erfolg führt. Ich möchte aber nicht, dass ich so zum Ersatz des Garmin Supports werde und möchte gleich darf hinweisen, dass ich keine individuelle Hilfestellung geben kann. Der Hintergrund ist, dass ich keine Zeit dafür habe und außerdem Garmin mich nicht dafür bezahlt. Bitte bei Probleme den Garmin Support kontaktieren.

Gleich vorweg, ich habe nicht alle Lösungsmöglichkeiten ausprobiert und meine Rückschlüsse könnten auch falsch sein. Zum Beispiel habe ich Stunden mit dem Programm Garmin Express gespielt und versucht, damit sinnvoll einen Austausch der Daten zu gewährleisten. Ich bin kläglich gescheitert und erst als ich das Programm deinstalliert hatte, kam ich weiter.

Die Lösung, die zum Ziel führt, ist die älteste zugleich. Vor dem Garmin Communicator PlugIn war die Kommunikation nur mit dem Garmin Trainingscenter möglich. Glücklicherweise bietet Garmin diese Software zum freien Download an.

Geräte mit ANT+ (z.B. Forerunner 310XT) benötigen einen ANT+ Treiber, Geräte mit USB (z.B. Forerunner 305) einen USB Treiber. Hier die Download-Links:

Garmin Traingscenter
Garmin Traingscenter mit ANT+ (notwendig, wenn über ANT-Stick kommuniziert wird, z.B. FR 310XT)
Garmin USB Treiber

Nach der Installation des Trainingscenters und des entsprechenden Treibers muss das Gerät noch bekannt gemacht werden. Ich habe leider kein Handbuch auf der Webseite von Garmin gefunden, aber wer damit nicht zurecht kommt, denn bitte ich, den Garmin Support zu kontaktieren (bitte nicht mich ;-) ).

Das Datei-Format, mittels dem man zwischen GPSies und dem Garmin Trainingscenter die Daten austauscht, ist Garmin Course TCX (Dateiendung .TCX). Ganz alte Geräte (z.B. Forerunner 301) müssen Garmin Course CRS (.CRS) verwenden.

Übertragen einer Strecke von GPSies.com ins Gerät

1. Strecke als TCX herunterladen
2. Strecke in Garmin Trainingscenter importieren (Datei —> In aktuelles Benutzerkonto importieren —> Strecken…)
3. Datei auswählen, die von GPSies heruntergeladen wurde
4. Gerät verbinden (USB oder ANT+)
5. Datei an Gerät senden (Datei —> An Gerät senden…)

Übertragen einer Strecke vom Gerät zu GPSies.com

1. Gerät verbinden (USB oder ANT+)
2. In Trainingscenter Strecke empfangen (Datei —> Von Gerät empfangen)
3. Strecke anklicken
4. Datei an Gerät senden (Datei —> An Gerät senden…)

Bei ANT+ kann die Übertragung leider sehr lange dauern. Wenn man noch nie oder schon lange keine Übertragung mehr gemacht hat, dann dauert diese schon mal bis zu 1-2 Stunden. Das hat mich oft sehr geärgert, denn wenn man mal schnell eine Strecke übertragen und gleich loslaufen möchte, dann wartet man oft sehr lange. Oft breche ich die Übertragung dann einfach ab und laufe frustriert ohne Strecke los ;-)

Da sind die mit USB-Kabel angeschlossenen Gerät deutlich im Vorteil, denn über Kabel können ganz andere Geschwindigkeiten erreicht werden.

Wer gerne mal eine Strecke mit dem Garmin Forerunner nachlaufen möchte, der kann sich einen mittels dieser Anleitung informieren.

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Abstieg vom Pico del Teide, dem höchsten Berg Spaniens - ein Familienausflug

1 November 14 von Klaus Bechtold

Auch ein GPSies benötigt mal ein paar Tage Erholung von den Millionen Strecken. Und erst recht die Familie. Im diesjährigen Herbsturlaub packten wir die Badehose und die Wanderschuhe ein und flogen nach Teneriffa.

Unsere “home base” war das Wanderhotel Luz del Mar im Nordwesten der Insel, das von den Berghängen des Teno-Gebirges umgeben und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen ist. Das Besondere am Nordwesten ist die Abgeschiedenheit vom Massentourismus, der sich im Süden der Insel austobt – darauf hatte ich überhaupt keine Lust.

Meine beiden Kindern wollte ich das Wandern schmackhaft machen. Meine Tochter (12 J.) bekommt schon beim Hören des “W”-Wortes Pickel. Was tun? Ja genau, eine spektakuläre Wanderung muss her. Teneriffa ist ja eigentlich der Inbegriff dafür. Wo sonst in der Welt findet man auf engsten Raum so unterschiedliche Klimazonen und atemberaubende Landschaften? Ein Blick nach oben inspirierte mich, um den höchsten Berg Spaniens als Ziel auszuwählen: den Pico del Teide (3.718 m).

Frage an die Familie: Aufstieg oder Abstieg? Abstieg – na klaro! Klingt entspannter (ist es aber nicht). Mit einer Seilbahn fuhren wir auf 3.555 Meter über Null. Bis zum Gipfel kamen wir leider nicht, denn dazu benötigt man eine Sondergenehmigung, die man monatelang im Voraus beantragt haben muss. Nichtsdestoweniger sind 3.555 Meter ja auch schon ziemlich hoch.

Die Strecke war schnell erstellt. Ein Blick in die Streckendatenbank von GPSies und schwups hatte ich eine Strecke geplant: Teide Abstieg.


Strecke mit Abkürzung, nicht zum Nachwandern geeignet

Den Kindern wurde nun bewusst, dass ich die Seilbahn ohne Rückfahrt gebucht hatte. Das Gejammer war groß und die Argumentationskünste der beiden fast schon überzeugend. Nun ja, ich musste zugeben, dass es da oben mit 5 Grad Celsius im Vergleich zu den 30 Grad da unten schon etwas ungemütlich war, zumal da oben richtig Wind ist. Trotzdem sind die Landschaft und die Aussicht überwältigend. Um auch einen Blick auf den Nachbarkrater Pico Viejo zu werfen, starteten wir die Wanderung um den den Berg links herum, also entgegen des geplanten Abstiegs. Unterwegs dorthin entdeckten wir zur Bergseite eine schwefelfarbige Stelle, an der heiße Luft entwich.

Soweit so gut. Wir begannen mit dem Abstieg. Ein Mitarbeiter der Seilbahn rief mich zurück, als wir auf dem Sendero 7 nach unten starten wollten. Die Kinder schöpften Hoffnung. Der Mitarbeiter wollte nur sicher gehen, ob wir uns der Anstrengung bewusst sind. Der Weg besteht aus unbehauenen Steinen, die man am besten hüpfend erreicht. Die Richtung war klar: nach unten. Als es unterwegs noch zu schneien anfing, konnte man eigentlich von Stimmung nicht mehr sprechen. Außer bei mir und bei meiner Frau war jegliches Lächeln von den Gesichtern verschwunden.

Nun begannen die Probleme mit der Höhe. Ich dachte zuerst an Meuterei und Simulation, aber auch meine Frau kämpfte mit Übelkeit. Es wurde immer schlimmer und etwa 300 Höhenmeter tiefer erreichten wir die Schutzhütte Refugio de Altavista (3.260 Meter). Nach kurzem Aufwärmen in der Hütte folgten unzählige Serpentinen, ein lang gestrecktes Ginsterfeld und endlich – man sah es schon von weitem: eine Hangverflachung mit riesigen, runden Felsblöcken, die Estancia de los Ingleses. Ein herrliches Plätzchen zum Ausruhen mit Blick auf die Teide-Eier, die sich nur noch ein paar hundert Meter unter uns befanden.

Die Höhenkrankheit insbesondere bei meiner Tochter wurde immer stärker. Immerhin waren wir noch auf ca. 3.000 Meter. Ich begann, einen Plan B auszuarbeiten, um schnellstmöglich wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Das doofe war, dass es eigentlich keinen gab. Eigentlich, denn ich entdeckte auf OpenStreetMap einen “Sendero El Ilegal”. Man muss kein Spanisch können, um diesen Namen zu deuten.

Das Wort Abkürzung bewirkte auch bei meinem Sohn (15 J.) eine merkliche Aufmunterung und Hoffnung, auf ein schnelles Ende. Einmal ausgesprochen, gab es kein zurück mehr. Meine “für und wieder”-Bedenken wurden überhört und wir mussten einfach diesen Weg gehen.

Am Anfang war auch dieser Weg atemberaubend. Er sah eigentlich gar nicht so anders aus als die normalen Wege und man konnte ihn eigentlich nicht von ihnen unterscheiden – dafür war er zu ausgetreten. Kein Schild wies darauf hin, dass es sich hier um “keinen” Weg handelt. Dennoch hatte ich ein ungutes Gefühl. Wir mussten ja noch eine Distanz von 1.500 Metern Luftlinie zurücklegen und hatten noch 500 Höhenmeter abwärts zu bewältigen. Meine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr und der Weg ging direkt nach unten. Eigentlich war es kein Weg mehr, denn jeder Schritt musste geklettert werden. Es gab kaum mal ein Wegstück, das normal begangen werden konnte und meine größte Sorge war, dass sich jemand verletzt. Um umzukehren waren wir schon zu weit fortgeschritten und eine Alternative war nicht in Sicht. Also Augen zu und durch…

Geschafft – wir hatten den Weg ohne Verletzungen überstanden. Die Wanderung war eine Erfahrung für alle Beteiligten. Ich habe mir überlegt, ob man die Abkürzung “Sendero El Ilegal” zur Talstation der Seilbahn nicht besser aus OpenStreetMap entfernen sollte, sodass keiner auf die Idee kommt, diesen Weg zu gehen. Er macht wirklich keinen Spaß und ist zudem sehr gefährlich.

Meinen Kindern hat die Wanderung dennoch Spaß gemacht, denn das hat mein Sohn später am Pool zugegeben. Es ist ein Unterschied, ob man in Youtube oder im Fernsehen Filme darüber sieht oder man selbst dabei ist. Ich denke, dass die beiden unser kleines Abenteuer niemals vergessen werden.


           Erholung am Hotelpool Luz del Mar

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem empfehle ich, die geführten Wanderungen vom Hotel Luz del Mar ausgehend mit Wikinger Reisen zu buchen. Diese sind professionell vorbereitet und werden von erfahrenen Wanderführern geleitet.

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Ankündigung: GPSies für Android überarbeitet

7 Oktober 14 von Klaus Bechtold

Als ich im Jahr 2008 die GPSies App für Android entwickelte, hatten die meisten von euch noch ein Handy in der Tasche und dachten, Android sei ein Nasenspray oder zumindest der Bruder von R2D2. Mittlerweile kennt jeder Android und die meisten von euch nutzen das Betriebssystem im Smartphone.

Ich gebe zu, die alte Android Version von GPSies ist schwer zu bedienen und auch der Funktionsumfang hält sich in Grenzen, denn man kann nur Strecken suchen und anschauen. Ich hatte mir damals den Kopf darüber zerbrochen und versucht, die Handhabung so einfach wie möglich zu halten. Doch ich hatte keinerlei Erfahrung in diesem Bereich. Wie auch, denn das Genre App-Entwicklung für Android war vor 6 Jahren wirklich für alle “Neuland”.

Letztes Jahr beschloss ich, meine Android Kenntnisse aufzufrischen. Ich besuchte einen Android Workshop auf der MobileTechCon in Berlin, der von open knowledge aus Oldenburg geleitet wurde. Den Vortrag hielt Lars Röwekamp, der sich im Pausengespräch als begeisterter Radfahrer und Läufer entpuppte. Wir kamen so rein zufällig ;-) auf GPSies zu sprechen und er bot mir an, dass open knowledge die Entwicklung der neuen Android App übernehmen könnte.


Als dann noch Torsten Mohrbach, ein Freund, von Berlin nach Oldenburg umzog und ausgerechnet als Projektleiter und Scrum-Coach bei open knowledge eine Anstellung annahm, nahm das Projekt Form an.

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, hat FALKE Ergonomic Sport System die Patentschaft für die Entwicklung von GPSies+ für iPhone übernommen. Da die iPhone App ein großer Erfolg wurde und mittlerweile die Android Smartphones an Bedeutung und Verbreitung zugenommen haben, sprach mich die Marketingabteilung von FALKE Anfang 2014 auf die Weiterentwicklung der Android Version an. Deren Initiative zusammen mit der Übernahme des Großteils der Kosten ist es zu verdanken, dass ich diesen Artikel schreiben darf – an dieser Stelle: herzlichen Dank!

Alles passte. Ich vermittelte zwischen FALKE und open knowledge und wir trafen uns Anfang 2014 in Schmallenberg (Sauerland), dem Firmensitz von FALKE. Wir wurden uns einig und open knowledge schloss sich als Sponsor mit dem Versprechen an, das Projekt zum Selbstkostenpreis zu realisieren.

Ihr glaubt gar nicht, wie viel Zeit so eine App Entwicklung verschlingt. Die Mitarbeiter von open knowledge sind Profis und bestanden auf einem professionellem Design, das dann von dem Berliner Designer Björn Hansen realisiert wurde. Weiterhin war eine schlüssige Benutzerführung wichtig, deren Basis ich zusammen mit Markus Dölle (UX und Konzeption) in unzähligen Abendstunden im Café Butter (Prenzlauer Berg, Berlin) erarbeitet habe. Während der Entwicklung wurde diese Aufgabe jedoch immer mehr von open knowledge übernommen. Vielen Dank auch an Max Hentschel, der bei dieser Gelegenheit gleich mal alle Aktivitäten-Icons von GPSies überarbeitet hat.

An dieser Stelle möchte ich noch die Entwickler Pierre Liebsch und Stanislav Babachanov erwähnen, die sich sehr engagiert in die Entwicklung eingebracht haben. Pierre musste oftmals etwas gebremst werden, weil er einfach nicht davon lassen konnte ;-)

Am Ende darf das dann alles noch ausprobiert werden. Nebenbei, bei solchen GPS Apps kann man wenig simulieren – diese Art muss draußen im Freien intensiv getestet werden, damit auf schlechte GPS Bedingungen oder Mobilfunkausfälle eingegangen werden kann.

Die App ist noch nicht im Google Play Store. Sie ist noch “im Ofen” und muss noch ein wenig garen. Voraussichtlich wird sie im Oktober die alte Version ersetzen und automatisch auf euren Smartphones landen – natürlich kostenlos! Da kein Stein auf dem alten blieb, wird sie sich komplett neu anfühlen und ihr werdet nichts wiedererkennen.

Also, was kann die App?

- Strecken suchen und auf der Karte darstellen
- Strecken mit Merkzettel synchronisieren
- Neu: Strecken aufzeichnen und zu GPSies hochladen
- Neu: Live Tracking während der Aufzeichnung
- Neu: Strecken Empfehlungen erhalten
- Neu: Strecken via Social Plugins sharen
- Neu: Darstellung neben Google auch auf Karten von OpenStreetMap
- Neu: Karten-Overlays von Waymarked Trails (Rad und Wandern), Seezeichen von OpenSeaMap und Hillshading von HikeBikeMap.org

Wer will, kann die App schon ausprobieren und sich an unserem GPSies für Android Beta-Test beteiligen.

P.S.: ich lese jetzt schon eure die Kommentare mit Rufen nach Navigation und Offline-Maps. Bitte habt Geduld – diese Version ist eine gute Basis und ist ausbaufähig. Das hängt in erster Linie auch von der Finanzierung ab und wir diskutieren Modelle, wie wir den Knoten lösen können – stay tuned!

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